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Bereits vor 18 Jahren rief das American College of Veterinary Internal Medicine, kurz ACVIM, ein Expertenpanel ins Leben, um umfassende Leitlinien zur Identifikation, Evaluierung und Behandlung von systemischer Hypertonie bei Katzen und Hunden zu entwickeln. Seit der Publikation im Jahr 2007 hat sich das Verständnis für die systemische Hypertonie stetig erweitert. Dies hat das ACVIM im Oktober 2018 zum Anlass genommen, ein Update in Form einer aktualisierten Konsenserklärung zu veröffentlichen.

Was hat sich geändert? Neu ist die Re-Klassifizierung des Risikos für Endorganschäden (EOS) sowie die Einführung des prä-hypertensiven Stadiums für systolische Blutdruckwerte (SBD) von 140-159 mmHg. Patienten in diesem Stadium werden in der Regel nicht mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt, sollten jedoch in kürzeren und regelmäßigen Abständen untersucht werden.
Nach Meinung der Experten sollte das Behandlungsziel unabhängig von den anfänglichen Blutdruckwerten darin liegen, das Risiko von EOS so weit wie möglich zu reduzieren (optimaler Ziel-SBD <140 mmHg, minimaler Ziel-SBD <160 mmHg).

In der anti-hypertensiven Behandlung empfehlen die Experten Amlodipin aufgrund der bewährten Wirksamkeit als Mittel der ersten Wahl. Aktuelle Daten zeigen, dass für Katzen mit einem SBD <200 mmHg bereits eine anfängliche Dosis von 0,625 mg Amlodipin pro Katze und Tag wirksam ist, während bei Katzen mit einem SBD >200 mmHg die Anfangsdosis auf 1,25 mg pro Katze und Tag angehoben werden sollte. 

Bei der Behandlung von hypertensiven Katzen, die gleichzeitig an einer Proteinurie aufgrund einer zugrunde liegenden chronischen Nierenerkrankung (CNE) leiden, konnte ein signifikanter Rückgang der Proteinurie bei initialer Hypertoniebehandlung mit Amlodipin festgestellt werden.*

Dies ist dahingehend interessant, da die chronische Nierenerkrankung oft begleitend zur felinen Hypertonie auftritt, und die Proteinurie ein prädiktiver Faktor für das Überleben hypertensiver Katzen darstellt.

 

 


  
Hier geht es zur vollständigen Behandlungsleitlinie.

Laden Sie sich hier die Klassifizierungstabelle für Hypertonie bei Katzen nach Risiko für EOS herunter. 


 

Laut den aktuellen Behandlungsleitlinien wird der Einsatz von ACE-Hemmern immer in der Kombination mit Spironolacton empfohlen, wenn es um kongestive Mitralklappeninsuffizienz des Hundes geht.

Laden Sie sich hier die Therapieempfehlung der ACVIM-Experten als PDF herunter.

Oder bestellen Sie sich die Experten-Therapieempfehlung im Webshop als A3-Poster (Art.-Nr. W6475) für Ihre Praxis.

 


 
* Jepson R. Combined management of feline hypertension, CKD and proteinuria. Veterinary Times. 2018-Aug 20.

** Acierno MJ, Brown S, Coleman AE, et al. ACVIM consensus statement: Guidelines for the identification, evaluation, and management of systemic hypertension in dogs and cats. J Vet Intern Med. 2018;32:1803–1822.

 

 

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